archiv - veranstaltungen

Wir und China

Jenseits des Stereotyps?

Wir und China – China und wir

Annäherung an den Rand der Mitte
 
 
     
 

„So beurteile die Person nach der Person selbst

Nach den Leuten im Haus das Haus

Nach den Leuten im Dorf das Dorf,

Nach die Menschen im Land das Land

Nach der Welt die Welt

Woher weiß ich, dass es in der Welt so ist?

Dadurch.“

Laozi, Daodejing, 54

 

In den letzten fünfundzwanzig Jahren hat China einen tiefgreifenden politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel vollzogen. Wie kaum ein anderes Land ist es in den Blickpunkt der westlichen Welt gerückt, zunächst nur aus ökonomischen Gründen. Doch ist das „Reich der Mitte“ – vielleicht mehr denn je - ein Land der Gegensätze und Widersprüche, mit denen umzugehen uns nicht leicht fällt. Voltaire meinte vor über 200 Jahren, dass wir die Chinesen deshalb so gründlich missverstehen, weil wir ihr Verhalten im Licht unseres eigenen beurteilen. Denn bei aller Faszination ist uns China zunächst einmal fremd. Um uns beim Umgang mit China und den Chinesen zu behelfen, greifen wir gerne auf Stereotype und Klischees zurück. Halbwissen und – oft unbewußte – Vorurteile über das alte und neue China können auch heute noch Ursache für Wahrnehmungsstörungen sein, die Schattierungen und differenzierte Urteile erschweren. Ohne eigene Maßstäbe verleugnen zu müssen, sollten wir offen sein und versuchen zu verstehen: ein kleiner Schritt in diese Richtung machte dieses Werkstattgespräch. 

Im Anschluss an den einführenden Vortrag stand der Referent für Gespräche zur Verfügung. Das Publikum war sehr interessiert und tauschte untereinander bei chinesischen Köstlichkeiten Erfahrungen über China und die Chinesen aus. Herr Feng, ein Ingenieur aus China, lobte die ausgewogene Beschreibung seiner Landsleute vom Referenten und beteiligte sich ebenfalls rege an den Gesprächen. Hier einige Eindrücke des Abends:



   

 

   




 



Walter Schinzel-Lang M.A. ist Sinologe, der sich neben dem modernen China - er arbeitete mehrere Jahre für deutsche Anlagenbauer als Dolmetscher und Berater im Chinageschäft – gerne auch mit den geistigen und kulturellen Traditionen des „Reiches der Mitte“ beschäftigt, wie sie etwa auch in der klassischen chinesischen Baukunst greifbar werden. Allerdings sind diese ohne die Kenntnis ihrer Wurzeln in Philosophie und Weltanschauung nicht zu verstehen. Seit einem Forschungsaufenthalt an der renommierten Peking-Universität beschäftigt er sich intensiv mit Daoismus und Feng Shui.

Seit seinem ersten Besuch 1981 führten ihn zahlreiche Studienreisen als wissenschaftlichen Reiseleiter in die meisten Regionen Chinas. Die Lebenswelt des sich schnell wandelnden „Reichs der Mitte“ genießt so seine besondere Aufmerksamkeit.

Seit 1989 ist er unter anderem als Lehrbeauftragter für den Themenbereich „China“ an der Fachhochschule Coburg tätig